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Heft 11/2023 – Nr. 319

27. Oktober 2023

„Streaming-Anbieter setzen auf Werbung“

Liebe Leser,
die Fernsehgewohnheiten verändern sich rasant: Der TV-Konsum verschiebt sich mit hoher Dynamik mehr und mehr ins Internet. Klassische TV-Programme können kabellos auf Smartphone, Tablet oder den großen Fernseher im Wohnzimmer gestreamt werden. Die neuesten Filme und Serien lassen sich bequem rund um die Uhr, also 24/7 abrufen. Davon haben Streaming-Anbieter wie Netflix, Disney+ und Paramount+ – insbesondere in den Hochzeiten der Corona-Pandemie – mit immensen Wachstumsraten profitiert.

Neue Abonnenten wurden mit günstigen Tarifen, bester 4K-Bildqualität inklusive HDR und Dolby Atmos Kino-Sound samt Download-Optionen sowie der Möglichkeit, gleich mehrere parallele Streams über einen Account auszuführen, angelockt. Das Account-Sharing war geboren. So haben sich viele Film- und Serien-Fans im Bekannten-, Freundes- oder Familienkreis einfach einen Account geteilt. Das blieb bei den Streaming-Anbietern nicht unbemerkt und so entschied Marktführer Netflix Maßnahmen zu ergreifen, um das Account-Sharing zumindest einzudämmen – mit dem Ziel den Wachstumspfad fortzusetzen. Denn es ist kein Geheimnis, dass die meisten Streaming-Dienste keine Gewinne, sondern hohe Verluste einfahren. Hier ist auch der Live-Sport Anbieter DAZN keine Ausnahme.

Daher wird Werbung für die Streaming-Anbieter eine immer wichtigere Einnahmequelle. Netflix hat die Preise bereits angezogen und einen neuen, werbefinanzierten Abo-Tarif zu vergünstigten Konditionen eingeführt. Auch das Hollywood Studio Disney steht unter Druck. Der Aktienkurs ist in den letzten zwei Jahren um mehr als 40 Prozent eingebrochen und Filmproduktionen wie „Indiana Jones und das Rad des Schicksals“ sowie „Elemental“ haben an den Kinokassen enttäuscht. So führt Disney+ zum 100-jährigen Jubiläum des Mäusekonzerns ein neues Abo-Modell mit Werbung ein und erhöht gleichzeitig die Preise für die bestehenden Pakete. Die Streaming-Dienste rücken die werbefinanzierten Tarife somit in den Fokus, um höhere Einnahmen zu erzielen und aus den roten Zahlen zu kommen. Die Preisexplosion der werbefreien Premium-Tarife soll die werbefinanzierten Pakete offensichtlich attraktiver erscheinen lassen.

Doch Abonnenten eines vergünstigten Tarifs müssen meist neben der Reklame weitere Abstriche in technischer Hinsicht machen. Denn oft bringt das werbefinanzierte Modell auch eine geringere Bildauflösung, den Verzicht auf Dolby Atmos-Sound und keine Download-Option sowie eine reduzierte Anzahl an parallelen Streams mit sich.

Wir gehen aktuell davon aus, dass die großen Streaming-Player weiter an der Preisschraube drehen werden. Daher wird es interessant sein zu beobachten, welche Tarife den stärksten Zuspruch finden und wie sich die Anzahl der Streaming-Abonnements pro Haushalt sowie die Kundenzahlen bei den einzelnen Anbietern entwickeln werden; Konsolidierungen nicht ausgeschlossen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen der neuen SATVISION-Ausgabe.
Ihr Christian Bernat und die gesamte SATVISION-Redaktion

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