veed speed: Streaming-Latenz-Studie zur Fußball-WM 2026
15. Juni 2026
veed analytics hat nach der WM 2022 und der EM 2024 wieder eine Ende-zu-Ende-Latenz Studie von 11 Diensten auf 15 Geräten während des WM-Eröffnungsspiels durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen weiterhin eine Verzögerungsspanne von bis zu einer halben Minute zwischen den untersuchten Diensten — mit erheblichen Konsequenzen für die Live-Sport-Übertragung und das Zuschauererlebnis.
1/ Kernergebnisse:
OTT-Plattformen mit eigenen Set-Top-Boxen (STB): deutliche Unterschiede
– waipu.tv bietet auf seinen Endgeräten einen „Sport-Modus“ an, den Kunden manuell aktivieren müssen (darauf wird u.a. per Pop-up hingewiesen) – dadurch verringerte sich die Signalverzögerung auf 6 Sekunden im Vergleich zum Satelliten
– MagentaTV bietet teilweise zwei Optionen an, um die Spiele der WM zu verfolgen: Alle Spiele werden über die eigenen Sender Fussball.TV übertragen, zudem sind weitere Spiele über ARD und ZDF verfügbar. Die Unterschiede (zwischen Fussball.1 TV und ZDF) lagen im Schnitt von 12 Sekunden gibt. Das Eröffnungsspiel auf Fussball.TV 1 hatte auf der MagentaTV One Box eine Verzögerung von 14 Sekunden gegenüber dem Satelliten
– OTT-Set-Top-Boxen (STB) der großen Anbieter – wie die MagentaTV One (ZDF), Sky Stream oder GigaTV Home – wiesen Verzögerungen von fast einer halben Minute im Vergleich zur Satelliten-Referenz auf
Vodafone Kabel: schnellstes Signal über traditionellen Weg
– Vodafone hat in seinem Kabelnetz einen „Jubel-Booster“ ausgerollt, wodurch Kabelkunden dem Satelliten-Referenzsignal mit 2 Sekunden leicht voraus waren
Hidden Champion: schnellstes Signal über Streaming
– Die ZDF-Mediathek-App ist der heimliche Gewinner: Im Durchschnitt lagen die Verzögerungen nur bei 6 Sekunden gegenüber dem Satelliten-Referenzsignal, auf Apple-Geräten sogar nur 2–3 Sekunden
2/ Einordnung:
– Streaming-Latenz gewinnt an Bedeutung, da immer mehr Sportrechte parallel oder auch exklusiv über Streaming-Dienste verfügbar sind. Endnutzer müssen jedoch je nach Endgerät und Streaming-Dienst mit deutlichen Unterschieden in der Latenz rechnen
– Aus Endnutzersicht spielen zwei Faktoren eine Rolle:
o Hauptsächlich bei Fussball-Großveranstaltungen wie WM und EM sind früher jubelnde Nachbarn ärgerlich
o In der breiteren Nutzung – bei immer steigender Second-Screen Nutzung – sind es vor allem Spoiler durch Mitteilungen von Apps, die den Konsum stören können
– Die Analyseergebnisse zeigen verschiedene Einflussfaktoren auf die Latenz:
o Betriebssystem/Hardware: Zwischen den verschiedenen Endgeräteklassen SmartTV, STB oder mobiles Endgerät waren deutliche Unterschiede zu erkennen, die auf Protokolle, Leistung, etc. zurückzuführen sind. Die gleichen Apps auf verschiedenen Endgeräten zeigten teilweise über 20 Sekunden Unterschied in den Verzögerungen. Apple Geräte hatten im Schnitt die geringste Latenz
o Übertragungstechnologie: Kabel und Satellit haben grundsätzlich einen strukturellen Vorteil. Die verschiedenen Beispiele zeigen jedoch, dass auch über eine OTT-Übertragung eine sehr niedrige Latenz möglich ist, die durch Optimierungen in der Signalverarbeitung und CDN-Architektur zu erreichen ist
3/ Research Set-up:
– Ereignis: FIFA WM 2026, Eröffnungsspiel Mexiko vs. Südafrika, 11. Juni 2026
– Set-up: 15 Geräte, 11 Dienste und 2 Sender (ZDF, Fussball.TV 1) in über 70 Kombinationen
– Referenzsignal: ZDF-Satellitensignal via Smart-TV (DVB-S)
– Messmethode: UTC-Zeitstempel vs. Spieluhr im veed analytics Video Showroom, München bei gleicher Internetverbindung








