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Neuer Standard Bluetooth HDT: Schneller und energieeffizienter

06. November 2026

Die Bluetooth Special Interest Group (SIG) hat den neuen Übertragungsstandard „Bluetooth High Data Throughput“ (HDT) offiziell verabschiedet. Dabei handelt es sich um eine optionale Erweiterung von Bluetooth Core 7.0, die höhere Datenraten, einen geringeren Energieverbrauch und eine stabilere Verbindung ermöglichen soll. Besonders hervorzuheben ist die deutliche Steigerung der maximalen Übertragungsgeschwindigkeit von Bluetooth Low Energy (LE), die sich durch HDT nahezu vervierfacht.

Mit HDT steigt die maximale Datenrate von Bluetooth LE von bisher 2 auf bis zu 7,5 Mbit/s. Die bisherige Obergrenze wurde bereits im Dezember 2016 mit der Einführung der physikalischen Übertragungsschicht LE 2M im Rahmen von Bluetooth 5.0 festgelegt. Beim neuen Standard sind zunächst Übertragungsraten von 2, 3 und 4 Mbit/s verpflichtend vorgesehen. Die höheren Geschwindigkeiten von 6 und 7,5 Mbit/s können Hersteller optional integrieren. Geräte, die 7,5 Mbit/s unterstützen, müssen gleichzeitig auch mit 6 Mbit/s arbeiten können.

Die höhere Bandbreite eröffnet neue Möglichkeiten für die drahtlose Audioübertragung. Neben verlustfreier Wiedergabe und hochauflösendem Klang sollen künftig auch anspruchsvollere Audioformate wie räumlicher Sound und Mehrkanal-Surround-Sound unterstützt werden. Dafür sollen keine herstellerspezifischen Codecs mehr notwendig sein. Technologien wie Sonys LDAC oder Qualcomms aptX Lossless könnten damit an Bedeutung verlieren, da Bluetooth HDT eine leistungsfähigere Grundlage für hochwertige Audioübertragungen direkt im Standard bereitstellt.

Nach Angaben der Bluetooth SIG bietet HDT darüber hinaus Verbesserungen in mehreren wichtigen Bereichen. Durch die höhere Übertragungsgeschwindigkeit lassen sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums größere Datenmengen übertragen. Davon sollen insbesondere Dateiübertragungen, die Synchronisierung von Geräten und Software-Updates profitieren, die künftig deutlich weniger Zeit in Anspruch nehmen dürften. Zusätzlich verbessert der neue Standard die spektrale Effizienz. Dadurch können die verfügbaren Funkkapazitäten besser genutzt und innerhalb desselben Frequenzspektrums größere Datenmengen ausgetauscht werden.

Ein weiterer Vorteil von Bluetooth HDT ist die verbesserte Energieeffizienz. Wie die Bluetooth SIG erläutert, müssen Funkmodule dank der höheren Übertragungsrate weniger lange aktiv Daten senden, um dieselbe Informationsmenge zu übertragen. Dadurch können sie schneller in energiesparende Betriebsmodi wechseln. Das soll eine höhere Leistungsfähigkeit ermöglichen, ohne den Energieverbrauch unnötig zu erhöhen. Darüber hinaus wurde die Zuverlässigkeit der Funkverbindung verbessert. Dadurch sollen Bluetooth-Geräte auch unter schwierigen Funkbedingungen stabiler miteinander kommunizieren können.

Die Verbesserungen könnten sich nicht nur bei Audiogeräten bemerkbar machen. Nach Einschätzung der Bluetooth SIG eignet sich HDT aufgrund der höheren Bandbreite auch besser für datenintensive KI-Anwendungen und Geräte aus dem Bereich Spatial Computing. Darüber hinaus könnten alltägliche Vorgänge wie Firmware-Aktualisierungen bei Smartwatches oder die Übertragung und Synchronisierung von Fitnessdaten zwischen verschiedenen Geräten künftig deutlich schneller und zuverlässiger ablaufen.

Als erste konkrete Anwendung plant die Bluetooth SIG, im Jahr 2027 einen einheitlichen Standard für hochwertiges drahtloses Audio einzuführen. Damit Nutzer von den neuen Möglichkeiten profitieren können, müssen allerdings sämtliche beteiligten Geräte Bluetooth HDT unterstützen. Das betrifft neben Kopfhörern und anderen Audiogeräten auch die jeweiligen Zuspielgeräte. Smartphones, Tablets und Notebooks müssen somit ebenfalls mit der neuen Technologie ausgestattet sein, damit die Vorteile des Standards vollständig genutzt werden können.

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