Spam-Schutzschild von Vodafone bewahrt über 64 Millionen Nutzer vor Telefonbetrug
29. April 2026
Die Gefahr durch Cyber-Kriminalität am Telefon wächst. Betrüger nutzen Künstliche Intelligenz, um Stimmen zu imitieren und das Vertrauen von Menschen zu gewinnen. Zugleich machen neue Technologien den Kriminellen es jedoch auch schwerer. Der Spam-Warner ist ein Beispiel dafür. Seit einem Jahr warnt der Dienst Millionen Menschen im Mobilfunknetz von Vodafone auf dem Smartphone vor der Annahme riskanter Anrufe. In den vergangenen zwölf Monaten spielte der Spam-Warner 64,5 Millionen Warnmeldungen aus. Positiv ist, dass die Annahmequote bei gewarnten Anrufen niedrig ist: Der Anruf wird in 9 von 10 Fällen nicht entgegengenommen. Das zeigt: Technologie bietet Schutz, doch umsichtiges Verhalten ist weiterhin wichtig.
Bei verdächtigen Anrufen erscheint im Vodafone Mobilfunknetz durch den netzseitig eingebundenen Spam-Warner eine Warnmeldung auf dem Handybildschirm. Dabei handelt es sich um Rufnummern, die bei Vodafone auf einer Liste potenzieller Spamer erfasst sind. Wenn von einer dieser Nummern ein Anruf auf einem Smartphone eingeht, wird der Text „Vorsicht: Betrug möglich!“ auf dem Bildschirm eingeblendet.
Marcel de Groot, CEO von Vodafone: „Die Bedrohung im Netz und am Telefon ist ein ständiges Risiko. Seit dem Start vor zwölf Monaten hat unser Spam-Warner mehr als 64 Millionen Warnmeldungen ausgespielt. Täglich schützen wir so hunderttausende Menschen vor gefährlichen Betrugsanrufen. Klar ist aber auch: Keine Technologie befreit uns davon, umsichtig zu bleiben. Deshalb gilt für uns alle im Alltag: Genau prüfen, wer am anderen Ende der Leitung ist.“
Täglich rund 185.000 Warnmeldungen
Im Schnitt hat der Spam-Warner seit dem Start vor 12 Monaten täglich rund 185.000 Warnmeldungen ausgespielt. Der Tag mit den meisten Warnungen war der 27. Mai 2025 mit 660.000 Alarmen. Mit 7 Millionen Warnmeldungen gab es im Monatsvergleich im Oktober 2025 die meisten Alarme. Besonders aufmerksam sollte man immer in der Mitte der Woche sein: Der Mittwoch ist mit durchschnittlich 273.000 Warnmeldungen der Wochentag mit den meisten Hinweisen. Entspannter kann man an den Wochenenden sein: samstags waren es im Durchschnitt 44.000 Warnmeldungen, sonntags sogar nur rund 5.000.
Pro Monat werden im Mobilfunk-Netz von Vodafone mehrere Milliarden Anrufe durchgeführt.
In 9 von 10 Fällen wird der Anruf nicht entgegengenommen
Seit Dezember 2025 ist die Zahl der monatlich ausgespielten Warnmeldungen um mehr als 20 Prozent zurückgegangen. Ein Grund dafür könnte in den technischen Maßnahmen liegen, die Netzbetreiber wie Vodafone und Smartphone-Anbieter ergriffen haben, um Spam-Anrufe zu verhindern. Diese erschweren Betrügern die Arbeit.
Positiv ist auch, dass bei Anrufen mit Warnmeldung auf dem Bildschirm nur rund 14 Prozent der Angerufenen das Gespräch annehmen. Zum Vergleich: Bei Anrufen von unbekannten Nummern, bei denen aufgrund der unterdrückten Rufnummer keine Betrugswarnung angezeigt wird, liegt die Annahmequote bei etwa 60 Prozent.
Wird ein Anruf trotz Warnung angenommen, dauert das Gespräch im Durchschnitt nur 40 Sekunden. Zum Vergleich: Ein Handygespräch im Vodafone-Netz dauerte im Jahr 2025 im Durchschnitt rund 2 Minuten und 40 Sekunden.
Herkunft der Anrufe: International und teils exotisch
Die meisten Anrufe, bei denen der Spam-Warner Alarm schlägt, kommen aus Deutschland (83 Prozent), aus den Niederlanden, aus Österreich und aus Großbritannien. Auffällig sind aber auch Anrufe aus Ländern wie Lesotho oder Zypern – auch wenn deren Anteil gering ist.
Aktuelle Cyber-Security-Lage: Deep Fakes und neue Betrugsmaschen
„Die digitale Bedrohungslage entwickelt sich weiter. Kriminelle setzen Deepfakes und Künstliche Intelligenz ein, um am Telefon Stimmen nachzuahmen und das Vertrauen ihrer Gesprächspartner zu gewinnen. Telefonbetrug ist dadurch professioneller und schwerer zu erkennen“, sagt Marc Atkins, Leiter der Cyber-Sicherheitszentrale von Vodafone.
Besonders ältere Menschen sind gefährdet. Es gibt aber auch positive Entwicklungen: Laut einer Statistik der Bundesnetzagentur ist der Ärger über betrügerische SMS, Chatnachrichten und Anrufe in Deutschland zurückgegangen. Im vergangenen Jahr wurden 85.158 Beschwerden wegen Rufnummernmissbrauchs gemeldet, 2024 waren es mit 154.624 Meldungen fast doppelt so viele. Auch wenn die Bundesnetzagentur keine Gründe für den Rückgang nennt: Technologische Schutzschirme wie der Spam-Warner haben sicherlich dazu beigetragen
Bundesnetzagentur nimmt Hinweise über Rufnummer-Missbrauch entgegen
Beschwerden über Ärger mit Rufnummern und Anrufen können bei der Bundesnetzagentur eingereicht werden. Sperren darf Vodafone Mobilfunk-Rufnummern nur auf Anordnung der Bundesnetzagentur.








