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HbbTV veröffentlicht neue Kernspezifikation 2.0.5 mit DRM

02. März 2026

Die HbbTV Association, eine globale Initiative zur Bereitstellung offener Standards für fortschrittliche interaktive TV-Dienste über Rundfunk- und Breitbandnetze für Smart-TVs und Set-Top-Boxen, hat Version 2.0.5 ihrer Kernspezifikation veröffentlicht und damit einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung des HbbTV-Standards vollzogen. Die Spezifikation wurde bei der jüngsten Sitzung der HbbTV Steering Group verabschiedet.

HbbTV 2.0.5 ist ein inkrementelles Update von HbbTV 2.0.4, das vor zwei Jahren veröffentlicht wurde, und stellt einen bedeutenden technischen Fortschritt für hybride und interaktive Fernsehdienste dar. Die wichtigste Neuerung ist die formelle Integration von Digital Rights Management (DRM) in die Kernspezifikation. Zwar unterstützen HbbTV-Geräte DRM bereits seit vielen Jahren, doch erstmals wird diese Unterstützung nun explizit definiert und sorgt damit für einen harmonisierten, interoperablen Ansatz im gesamten Ökosystem. Die Unterstützung mindestens eines der in der vor sechs Monaten veröffentlichten HbbTV-DRM-Spezifikation aufgeführten DRM-Systeme – Microsoft PlayReady oder Google Widevine – ist verpflichtend. Diese Formalisierung ist entscheidend für die sichere Bereitstellung von Premium-Inhalten und erfüllt die Anforderungen von Rundfunkveranstaltern, Plattformbetreibern, Rechteinhabern und Content-Anbietern und gewährleistet zugleich ein attraktives Nutzungserlebnis für Zuschauer.

Die Unterstützung von WebAssembly, die in HbbTV-Geräten bereits teilweise über Browser-Engines wie Google Chrome oder WebKit vorhanden war, ist nun ebenfalls formell in die Spezifikation aufgenommen. Dies ermöglicht erweiterte Funktionen wie die effiziente Dekodierung zusätzlicher Videoströme, darunter Gebärdensprachdienste, wie sie der katalanische öffentlich-rechtliche Sender 3Cat auf den Fachmessen IBC 2025 und HbbTV Symposium and Awards 2025 vorgeführt hat. Darüber hinaus wurden zusätzliche Web-Sicherheitsmaßnahmen integriert und die Unterstützung der Videocodecs VVC und AV1 definiert, wobei deren Implementierung optional bleibt. Für Implementierer wurden zudem mehrere Vereinfachungen eingeführt: Nicht genutzte Funktionen wurden entfernt, andere als auslaufend gekennzeichnet und einige Anforderungen gelockert, um die Interoperabilität zu verbessern.

Die mit HbbTV 2.0.4 eingeführte Integration zwischen HbbTV und DVB-I wurde in Version 2.0.5 weiter optimiert. Die Spezifikation präzisiert nun, wie DVB-I-Anwendungen unterstützt werden können, die mit gesamten Servicelisten verknüpft sind. Dies ermöglicht es Plattformen oder Service-Aggregatoren, Einwilligungen gemäß DSGVO oder Zustimmungen zu Geschäftsbedingungen einzuholen. Rückmeldungen aus der Implementierungspraxis, insbesondere zur Integration von HbbTV und DVB-I, führten zudem zu zahlreichen technischen Korrekturen.

Die HbbTV Association plant in den kommenden Wochen die Veröffentlichung eines Request for Proposals (RfP), um ihre Conformance Test Suite auf die Unterstützung von HbbTV 2.0.5 zu erweitern.

„HbbTV 2.0.5 stellt einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung hybrider TV-Dienste dar“, sagte Vincent Grivet, Vorsitzender der HbbTV Association. „Mit formalisiertem DRM, der Unterstützung von Next-Generation-Codecs wie AV1 und VVC, einer verbesserten DVB-I-Integration und WebAssembly-Funktionen orientiert sich die Spezifikation an den jüngsten und marktprägenden Trends und ermöglicht anspruchsvollere, sichere und funktionsreichere Dienste. Sie unterstreicht das kontinuierliche Engagement von HbbTV zur Weiterentwicklung des Connected-TV-Ökosystems für Broadcaster, Plattformbetreiber, Content-Anbieter und Zuschauer.“

Die HbbTV-2.0.5-Spezifikation sowie ein begleitendes Erläuterungsdokument sind ab sofort in der HbbTV Resource Library verfügbar.

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