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SES-Astra im Interview über DVB-S2X und Ultra HD

26. November 2015

Kaum sind die ersten Ultra HD Sender über Satellit mit DVB-S2 an den Start gegangen, steht bereits der Nachfolgestandard DVB-S2X in den Startlöchern. Wie zukunftssicher sind aktuelle Ultra HD Empfangsgeräte und was wird für den Folgestandard an Hardware benötigt? In kaum einer anderen Branche ist die Evolution mit Milliarden Umsätzen pro Kalenderjahr größer als in der Welt der Unterhaltungselektronik. Über das Thema Ultra HD sprachen wir mit Hern Thomas Wrede, Vice President Reception Systems aus dem Hause des Satellitenbetreibers Astra.

SATVISION: Die ersten UHD-Sender sind über Satellit an den Start gegangen und lassen sich mit 4K Fernsehern und Receivern, die HEVC (H.265) unterstützen bereits empfangen. Welche Bedeutung haben Ultra HD Inhalte für Sie als Satellitenbetreiber?

T. Wrede: Ultra HD ist für einen Satellitenbetreiber natürlich ein wichtiges Thema, da es langfristig gesehen HD ersetzen wird. Dass die ersten Ultra HD-Sender in Europa jetzt über unsere Satelliten gestartet sind, unterstreicht aus unserer Sicht aber auch die Stärken der Satellitenübertragung. Der Satellit ist einfach ideal dafür geeignet, Fernsehprogramme in bester Qualität für eine möglichst große Zahl von Zuschauern zu verbreiten und wird langfristig für Sender und Zuschauer die attraktivste Infrastruktur für lineares Fernsehen bleiben.

SATVISION: Können Sie schon jetzt für das kommende Jahr 2016 die Aufschaltung weiterer UHD-Sender via Astra 19,2° Ost in Aussicht stellen? Wie viele neue UHD-­Sender werden Ihrer Prognose zufolge im kommenden Jahr via Astra an den Start gehen und wird es sich hauptsächlich um codierte Programme handeln?

T. Wrede: Wir sind zuversichtlich, dass es bei der Aufschaltung von Ultra HD-Services nächstes Jahr Neues zu vermelden gibt, aber für konkrete Aussagen ist es noch zu früh.

SATVISION: Ist es Ihrer Ansicht nach nicht kurios, dass in Deutschland auch heute noch, neben SD-, HD- und UHD-Sendern analoge Programme via Kabel zu empfangen sind?

T. Wrede: Jeder Markt hat seine Spezifika. Wir konzentrieren uns auf unser Geschäft – und damit sind wir bisher ziemlich gut gefahren.

SATVISION: Wie zukunftssicher sind aktuelle 4K Fernseher und Re­cei­ver mit HEVC-Unterstützung in Bezug auf einen möglichen DVB-SX Nachfolgestandard?

T. Wrede: Was ist heutzutage schon zukunftssicher? Die derzeitigen im Verkauf befindlichen Geräte unterstützen DVB-S2X nicht – genauso wenig wie die meisten 2013/2014 Geräte DVB-T2 und HEVC unterstützt haben. Aber natürlich könnte man zukünftig Programme auf heute aktuellen Fernsehern über einen DVB-S2X-kompatiblen Satellitenreceiver empfangen.

SATVISION: Wann wird ein DVB-­S2 Folgestandard Ihrer Einschätzung nach eingeführt werden?

T. Wrede: DVB-S2X (X für Extensions) wurde 2014 in der DVB verabschiedet. Die Einführung hängt in erster Linie davon ab, ob und wann sich Plattformbetreiber in diese Richtung bewegen.

SATVISION: Wie wird sich der neue DVB-SX Nachfolgestandard von dem aktuellen DVB-S2 Standard unterscheiden?

T. Wrede: Zum einen durch weitaus höherer Flexibilität bei der Parameterwahl. Es sind Roll-Offs bis herunter zu 5 % möglich und über 100 verschiedene Modulations- und FEC Kombinationen. Ferner ermöglicht DVB-S2X Channel-Bondig für bis zu 3 Transponder für ein effizientes Stat-Muxing, was letztendlich eine höhere Effizienz des Spektrums bei der Satellitenausstrahlung zur Folge hat.

SATVISION: Wie Ultra HD affin sind Sie persönlich? Steht in Ihrem privaten Wohnzimmer bereits ein 4K Fernseher? Und bevorzugen Sie die flache Bauweise oder die gebogene im Curved-Design?

T. Wrede: Da bin ich in einer glücklichen Lage. Ich habe beruflich so viel mit Ultra HD zu tun und sehe so viele Inhalte, dass ich es privat noch gerade so eben verschmerzen kann, dass in meinem Wohnzimmer noch kein UHD-Fernseher steht.

SATVISION: Bitte ver­voll­stän­di­gen Sie den folgenden Satz! Ein neuer DVB-Sx Standard bedeutet für den TV-Konsumenten in Bezug auf die erforderliche Hardware, dass …

T. Wrede: die entsprechende Technik je nach Hersteller über kurz oder lang in neue Geräte integriert werden wird.

SATVISION: Vielen Dank für das Gespräch.

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