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Digitalisierungs-Ratgeber Teil 4

Mögliche Alternativen zum SAT-Empfang

Digitalisierungs-Ratgeber Teil 4

Im vierten und letzten Teil unseres Ratgebers wollen wir Ihnen mit IPTV, dem digitalen Kabel- (DVB-C) und Antennenempfang (DVB-T) drei Alternativen zum SAT-Empfang vorstellen.

Der Termin für die Abschaltung der letzten verbliebenen analogen Fernsehund Radioprogramme über Satellit rückt stetig näher und rund drei Millionen Haushalte müssen noch Abschied von dieser Empfangsart nehmen. Neben einer Umrüstung der bestehenden Sat-Anlage auf den digitalen Empfang gibt es jedoch mit IPTV sowie dem digitalen Kabel- oder Antennenempfang auch noch drei digitale Alternativen, welche ebenfalls zahlreiche Vorteile in Bezug auf die Bild- und Tonqualität sowie die Anzahl der zur Verfügung stehenden Sender in den derzeit noch analogen Fernsehstuben liefern würde.

Im Gegensatz zum - theoretisch überall in Deutschland möglichen - Satellitenempfang sind die Empfangswege Kabel und IPTV in dünner besiedelten und in ländlichen Regionen nicht immer verfügbar. DVB-T ist in der Regel in Ballungszentren über eine Zimmerantenne zu empfangen und in vielen Bereichen zumindest noch über eine Dachantenne nutzbar, wobei es auch hier noch „weiße Flächen“ auf der Landkarte gibt.

Einer der wichtigsten Unterschiede aller Empfangswege ist die Kostensituation, denn der digitale Antennenempfang ist neben dem Programmangebot aus der Erdumlaufbahn die einzige Alternative ohne monatliche Kosten, obgleich auch mit einem weitaus geringeren Programmangebot und gänzlich ohne HD, ausländische Sender und Pay-TV.

 

Die Digitalisierung der Empfangswege

Der Fernsehempfang via Satellit konnte 2010 seine Reichweite vergrößern und gleichzeitig die Führung in Sachen Digitalisierung weiter ausbauen. Von insgesamt 37,7 Mio. Haushalten in Deutschland empfingen zum Jahresende rund 16,6 Mio. Haushalte ihr TV-Programm via Satellit. Das entspricht einer Steigerung um 450.000 Haushalte im Vergleich zum Vorjahr. 18,2 Mio. Haushalte nutzten 2010 Kabelempfang, ein Rückgang um rund 400.000. Dazu kamen zwei Mio. DVB-T-Empfänger und rund 900.000 IPTV-Kunden (+300.000). Die Zahl der Haushalte, die Fernsehen in Deutschland digital empfangen, legte um elf Prozent auf 23,5 Mio. zu. Die Zahl der Haushalte mit analogem Satelliten-Empfang sank 2010 von 4,1 auf 2,9 Mio. Derzeit empfangen mehr als vier von fünf Satelliten-Haushalten (82 Prozent) ihr Programm digital. Die Zahl der digitalen Kabelhaushalte wuchs um acht Prozent auf 6,8 Millionen (38 Prozent).

Quelle: TNS Infratest / Astra Satelliten Monitor 2010


 

Digitaler Antennenempfang (DVB-T)

Digitaler Antennenempfang: DVB-T

Der digitale Antennenempfang wird oftmals auch als „Überallfernsehen“ bezeichnet, was einen der Vorteile dieses Empfangsweges deutlich macht: die mobilen Einsatzmöglichkeiten. Die Nutzung ist dabei oftmals bereits mit einer kleinen Zimmerantenne möglich. Die meisten modernen Flachbildschirme haben zudem einen DVB-T-Tuner direkt integriert. Als erster der drei klassischen Empfangswege wurde der terrestrische Empfang bereits vor einigen Jahren vollständig digitalisiert und ist ohne monatliche Kosten nutzbar. Je nach Region gibt es große Unterschiede in der Anzahl der zu empfangenden Sender. Maximal sind derzeit rund 30 Programme möglich. Außer in einer Testregion in Stuttgart und Halle/Leipzig werden derzeit keine Pay-TV Angebote ausgestrahlt. Radiosender werden derzeit ausschließlich in Berlin über DVB-T übertragen. Mit DVB-T2 wird derzeit bereits ein Nachfolgestandard erprobt, welcher die Übertragung von HD-Inhalten ermöglichen soll.

pro Mobile Nutzung möglich, keine laufenden Kosten, günstige Hardware
contra Keine HD-Inhalte, wenig Sendervielfalt, kein Pay-TV

 

Digitaler Kabelempfang (DVB-C)

Digitaler Antennenempfang: DVB-C

Neben dem Empfang via Satellit nutzen die meisten deutschen Haushalte ihre Fernseh- und Radioprogramme über den Kabelanschluss. Der Markt teilt sich dabei in vier große und zahlreiche mittlere und kleine Kabelnetzbetreiber auf, die sich sowohl in Sachen Programmangebot als auch in den Preisstrukturen unterscheiden. Dabei geht die Anzahl der HD-Sender beispielsweise von 15 (Kabel Deutschland) bis zu 30 (Kabel BW). Als einziger Empfangsweg bietet das Kabel auch nach dem 1. Mai 2012 noch analoge Programmangebote. Im Gegensatz zum SAT- oder IPTV-Empfang ist die Anzahl der Endgeräte theoretisch unbegrenzt, solange ein ausreichender Empfangspegel zur Verfügung steht. Über den Kabelanschluss sind zudem ein schneller Internetzugang (bis 120 Mbit/s) und das Telefon nutzbar. In ländlicheren Regionen steht in der Regel kein Kabelanschluss zur Verfügung.

pro Weiter analoge Inhalte, Anzahl Endgeräte unbegrenzt, Video on Demand
contra Keine bundesweit einheitlichen Strukturen, monatliche Kosten, nicht überall nutzbar

 

Fernsehen via Internet (IPTV)

Fernsehen via Internet: IPTV

IPTV ist die Kurzform für Internet Protocol Television und steht für den Fernsehempfang über das Internet und stellt den jüngsten aller Empfangswege dar. Mit über einer Million Kunden ist das Entertain-Angebot der Deutschen Telekom der größte IPTV-Anbieter. Neben zahlreichen TV- und Radioprogrammen gibt es auch zahlreiche interaktive Dienste und ein Video-on-Demand-Portal mit mehr als 15.000 Inhalten, davon auch viele in HD und 3D. Reicht für Fernsehsender in SD-Qualität bereits ein Internetzugang mit bis zu 16 Mbit/s, so ist für den Empfang von HD-Sendern ein schneller VDSL-Zugang erforderlich, was keine flächendeckende Verfügbarkeit zur Folge hat. Neben der Deutschen Telekom bieten auch Vodafone und Alice ein TV-Angebot via IPTV – Die Tarife sind dabei oftmals in Kombination mit DSL- und Telefon-Flatrates (Triple-Play) zu erwerben. Der Empfangsweg IPTV wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.

pro Interaktive Anwendungen, HD & 3D, Video-on-Demand-Portale
contra Schneller DSL-Zugang für HD-Inhalte erforderlich, nicht überall nutzbar, monatliche Kosten